Jormason

renewal – meaning – movement

#Hays09 – Ein Forum für Enterprise 2.0

June26

Langsam füllte sich der Raum neben dem Museum der Arbeit in Barmbek an diesem Donnerstag Abend, die Namensschilder wurden verteilt, Anzugträger füllten die Räume, Kapuzenpullis waren eigentlich net da. Aber Egal! Auf zum Mic- Check, ich durfte anmoderieren.

Das war schon mal eine coole Geste, wo das doch eigentlich das Privileg des Niederlassungsleiters ist. Thanks Elka, erster Vorgeschmack auf Enterprise 2.0?
Hope so!

Das hieß dann ab zum  MIC Check mit den Referenten, Ahoibrause stellt mich vor: Anarchistin Leiterin interne Kommunikation Otto, meinolfellers Geschäftsführer dpa infocom und vinsch Managing Director Scholz&Friends Strategy Group.  Das war schon mal ein spannender Ton- check, somit stellte mein erster Tweet die Sprecher vor allesamt Tweeple. Cool!

Das Konzept des Abends war eine Podiumsdiskussion mit Einspielern von Digital Natives und Enterprise 2.0 Experten. Eine anschließende Fragerunde und das Gettogether bei Fingerfood bildeten den Abschluss.

Im Grunde so wie viele Business Veranstaltungen, nur zu einem besonderen Thema mit Gastgebern die was von Networking verstehen. Let’s see!

Da musste ich auch schon das Mic in die Hand nehmen und mein Blick ging ins Publikum. Ich sag mal alle Stuhlreihen waren gefüllt, hie und da ein paar Plätze frei aber von den 350 Anmeldungen waren in dieser Sekunde auch gefühlte 350 da! Meine kurze Moderation war recht Freestyle, many THX @ahoibrause das du mir noch kurz vorher sagen musstest das es eigentlich ein Konzept zur Vorstellung gab! Aber es klappte ich wählte den ersten Teil des Absatzes “Netzwerke sind die besseren Problemlöser” aus dem Manifest der Digital Natives als Abschluß. Applaus, hingesetzt  und Blackberry raus!

Den Anfang machte Don Tapscott mit einem Viedoeinspieler. Ahoibrause schmetterte galant und aus einem unheimlichen entspanntem Handgelenk Fragen in die Runde.

Meine Tweets flossen bis zu einem bizarren Ereignis, die ältere Dame neben mir hielt mir einen Zettel unter die Nase der folgende Nachricht enthielt:

Könnten Sie das ständige Tippen bitte einstellen, ES NERVT!

Puhhh, das hätte ich jetzt nicht erwartet. Ok natürlich hört man das Blackberry leicht klackern, aber na und? Wir sind hier doch auf einer höchst innovativen Veranstaltung zum Thema Enterprise 2.0! Außerdem hatten sich einige Natives schon per Tweet bedankt für den Stream weil sie nicht da sein konnten! Ok ich habe aber als Gastgeber eingelenkt, den Kulli gezückt und meine Tweets auf Papier geschrieben. Dies brachte ein interessantes Erlebnis, ich hielt mich (fast) immer an 140 Zeichen, let’s see:

RT@vinsch: Manipulation war noch nie so einfach wie im Netz.

RT@anarchistin: wir müssen anfangen uns selbst zu trauen, authentischer werden.  Bsp.  Siemens Skandal eine Mail bringts ans Licht!

Auf das Video von Digital Native, Kommunikationswissenschaftlerin und Bloggerin  @nadia_z gab es die verschiedensten Reaktionen. Ich fand ihre Aussagen hatten eine Stärke und ein Selbstbewusstsein das bestach. Eine Kämpferin! Ihre Aussage allerdings dass man sich Wissen mit heutigen Möglichkeiten innerhalb von ein paar Minuten aneignen könnte, wurde zum Lacher im Publikum. (Was wissen die schon nadia_z, hein? We know it’s possible: I KNOW KUNG FU)

Ahoibrause @vinsch: Wenn Produkte schlecht sind, dann sagt ihr das auch dem Kunden?

RT@vinsch: Klar! Märchen verkaufen ging von 1950 bis 1962! Heutzutage schaffen Medien eine nahezu brutale Transparenz!

RT@vinsch: Man kann das Wesen des Menschen nicht verändern. Neues Medienverhalten denaturiert nicht den Menschen an sich!

RT@meinolfellers: Bionade Quitte als positives Beispiel. Rettung einer stiefmütterlich behandelten Frucht funktionierte!

RT@vinsch:

RT@vinsch: Zweifelt. Entscheidend ist nicht die Erstkaufs- sondern die Wiederkaufsrate.

Von dieser ersten spannenden Diskussion galt es dann ein Überleitung zum Professor Peter Kruse zu finden (der Link lohnt sich). Thema: Netzwerke und deren Intelligenz.

RT@meinolfellers: Bei unserem Projekt “ME-tracking” versuchen wir der Informationsflut Struktur zu geben. So ist die Twittertimeline an sich weißes Rauschen, aber aufbereitet schafft man intelligente Selektion wo Google versagt.

RT@vinsch: die größte Herausforderung ist das koordinierte Senden von konsistenten Informationen. Früher waren bis auf die Marketingabteilung und der Pressesprecher die einzigen Organe in der Organisation die sich zum Wort gemeldet haben. Heute muss die ganze Organisation sprechen können, um einen konstruktiven Dialog mit Kunden und Partnern zu führen. Die Orchestrierung (die inhaltliche und dramaturgische Koordination der Botschaften und Botschafter) dieser totalen Kommunikation ist sehr wichtig und unverzichtbar. Aus diesem Grund müssen Marken nicht nur nach Aussen, sondern auch nach Innen strahlen!

RT@anarchistin: Vorsicht, bei Kontrolle und Sendern wird mir etwas schummrig. Auch Otto hat wohl Leichen  im Keller die durch derartig transparentes Senden herauskommen, aber Kontrolle ist schwer. Wir können doch nicht jede Email prüfen. Das gelingt mir ja nicht mal, bei den ganzen Powerpoint Präsen im Postfach!

RT@vinsch: Da gibts einen Trick. Nach einem Urlaub die Mails nicht anfassen und löschen. Was wichtig ist kommt wieder!

RT@Ahoibrause: Das schöne an Twitter ist doch das es den Kommunikationszwang umkehrt. Von Push & Pull zu Ich- Folge- wenn- ich- möchte.

RT Ahoibrause @ Anarchistin: “Gibt es bei OTTO Doppelarbeit?”

RT@Anarchistin: Natürlich und das müssen wir ändern. Wenn man an drei Kontinenten am selben Problem arbeitet ist das kontraproduktiv.

Die Diskussion wurde lebhafter und verlangte nach Lösungen. Ahoibrause stellte seine Arbeit und die Methode des OpenSpace vor, wie gut das ein zufriedener Kunde in der Gesprächsrunde saß!

RT@meinolfellers: wir haben mit Ahoibrause ein OpenSpace mit der dpa veranstaltet und dort kamen wir zum Schluss Services auszugründen. Kennengelernt habe ich die OpenSpace Methode als Kunde bei CoreMedia. Mich überraschte die Offenheit mit der über interne Probleme gesprochen wurde. Wo geht es also hin? Ein OpenSpace mit Geschäfts- Partnern und Kunden zu führen kann z.B. sehr sinnvoll sein.

RT@anarchistin: Offenheit ist wichtig. Es gab Management- Fehler bei OTTO, z.B. bei Troi Suisse und OTTO UK, die uns zur Frage führten:” Wie stark wollen wir uns mit unserem Kunden vernetzen? Und wollen wir eine beidseitige Vernetzung? statt den Kunden Auszusaugen und Fallenzulassen?

RT@vinsch: Einer bringt immer den Stein ins Rollen. Die Relativitätstheorie wäre wohl kaum in einem openSpace entstanden.

Es folgte das Video von Digital Native Cedric, arbeiten in der Projektwirtschaft das ist sein Ziel da sieht er die Zukunft.

RT Ahoibrause @meinolfellers: Leben wir in einer Welt wo Arbeit – Projektwirtschaft ist?

RT@meinolfellers: Definitiv. Wir stehen gerade vor der Herausforderung dass die dpa nach Berlin geht nur Verwaltung und IT bleibt in Hamburg. Umzusetzen geht das nur in flexiblen Projekten in denen wir die Menschen zusammenbringen.

Dies war auch schon der Schlusspfiff der Diskussion der vier, es ging weiter mit Publikumsfragen.  Einige gute aber leider viele etwas gestelzte Fragen, zum Glück war die Energie der Referenten ungebrochen hoch.

Publikum: Wie bringen Sie denn die Menschen zusammen?

RT@anarchistin: In meiner Zeit als Journalistin habe ich immer gedacht wenn die Topmanager die ich erreichen will mit meiner Zeitung aufs Klo gehen, dann habe ichs geschafft! Mit solchen jungen Leuten wie Cedric zu arbeiten wäre unheimlich motivierend für die Manager.

RT@ahoibrause: es gibt da ein spannendes Projekt bei der Telekom. Rementoring. Da nimmt man einen Digital Native und sagt: ” Ola lieber DNA, hier ist dein alter Sack….äh…erfahrener Telekom Manager: bring ihm was bei!

RT@vinsch die Verbindung mit Meinungsbildern ist wichtig!

Publikum: Wie gehen Sie mit Konflikten um?

RT@meinolfellers: Enterprise 2.0 heißt mitnichten Konflikte zu vermeiden, sondern eher Regeln zu brechen. Es gab da unlängst eine interessante Begebenheit beim HSV. Ein junger Freigeist, ein echter DNA, wollte von Grund auf Dinge ändern. Aber das Management schob einen Riegel vor und da entschied sich der Freigeist zu gehen. Beide Seiten müssen Scheitern als Preis in Kauf nehmen.

RT@ahoibrause: die Mutigen voraus, aber bitte langsam!

Publikum: Wie gehen Sie mit Standards wie ITIL um, die relativ starr sind? (allgemeine Verwirrung bei zwei Referenten, I—was?)

RT@meinolfellers: Bubbles und Kästchen! Es geht darum die Freigeister (Bubbles) und diejenigen die die Struktur sichern (Kästchen) zu halten. Es muss eine Balance hergestellt werden. Für den Preis der Nachhaltigkeit muss die technische Verfügbarkeit gewährleistet sein. Und da kann es durchaus Krieg geben.

RT@anarchistin: die OTTO IT wird dieses Jahr 60. Und der neue CIO hat mit seinen Ideen die er auch schnell umsetzt nicht nur Freunde. Es ist eine Gradwanderung!

RT@vinsch: unserer großen Erfahrung mit Gradwanderungen war das Video “Dramatic Shift in Marketing Realities” das wir am 1.1.2009 auf YouTube ins Netz stellten. Die ersten 6 Tage waren die Kommentare (meistens Deutsche) eher negativ: “Öhhh ja toll, haben die Werber auch endlich begriffen!” Später konnte man durch den Einsatz von unserem SocialMedia Tracking Tool ”Topic Tracker” aber genau sehen, wie unsere Botschaft durch Word of Mouth sich innerhalb von 7 Tagen national und international verbreitet hat und die anvisierte Zielgruppe von Marketing- und Kommunikationsentscheidern erreichen konnte. Auch durch die Hilfe von begeisterten Zuschauern, die das Video raubkopierten und weiterverbreiteten.  Die ersten 6 Tagen waren aber sehr aufregend, für Vorstand und Projektteam, denn in dieser kurzen Zeit war der Erfolg der Unternehmung nicht zu erahnen: 125000 viewers.

RT@meinolfellers: Enterprise 2.0 ist eine Grassroots Bewegung. was wir brauchen sind Leute wie ahoibrause die es schaffen die Kommunikation zwischen beiden Parteien herzustellen!

RT@anarchistin: Wir sollten mehr geben als wir nehmen. Das ist für mich die Botschaft von Enterprise 2.0

Mit diesem Statement endete die Diskussion mit höchst spannenden Themen, offenen Worten und klasse Beispielen dafür, dass wir Hamburger es verstehen die Themen Offenheit, Transparenz und Flexibilisierung der Wirtschaft anzugehen. Ja ok es fehlt noch ein ganzes Stück aber hey, sonst wäre es ja auch langweilig, oder?

Insbesondere der gemütliche Teil im Anschluss führte zu erstaunlichen Ergebnissen. Von meinem größten Kunden, nämlich OTTO, waren auch viele Kunden gekommen und es war geradezu erstaunlich wohin die Gespräche führten. Nicht nur das wir uns im Verlauf des Beisammenseins erstmal das Du angeboten haben (und der Impuls kam von Sabine, ich danke dir nochmal!) sondern wir haben gleich weitere Pläne geschmiedet. Zum ersten werde ich den nächsten Otto Barcamp besuchen und zum zweiten wurde mein Vorschlag eine gemeinsame Vorstufe zum openSpace zu gehen einstimmig angenommen. Meine Kunden sagen mir offen und direkt  wo es hakt und was ich besser machen soll. That’s Enterprise 2.0 Folks!

Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich allen meinen Kollegen die im Anschluss des offiziellen Teils wirklich keinen Besucher alleine haben rumstehen lassen, ich danke dir Ahoibrause für ein wirklich erstklassiges Programm und ein Exempel in lockerster und gleichzeitig professioneller Moderation. Den Referenten ein großes Dankeschön für eure  Offenheit und das Teilhaben- lassen an wunderbaren Ideen, Erfahrungen und Anekdoten.

Last but not least, werte Mitstreiter bei DNAdigital: wir können einen Teil zur Veränderung dieser Welt beitragen. Last uns nicht aufhören weiter dran zu arbeiten!

More to come! For shure!

Herzlichst

Jormason

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4 Comments to

“#Hays09 – Ein Forum für Enterprise 2.0”

  1. On June 28th, 2009 at 11:33 Schwarmintelligenz vs. Kollektivintelligenz - Das Fair-Suchen nach einer anderen Realität Says:

    [...] einen interessanten Beitrag von den Digital Natives im Netz bei Jormason gefunden. Peter Kruse ist Geschäftsführer von NextPractice und befasst sich mit dem Themenkomplex [...]

  2. On June 28th, 2009 at 12:03 8 Regeln für den totalen Unternehmensstillstand - Das Fair-Suchen nach einer anderen Realität Says:

    [...] wir das nicht immer wieder in Unternehmen?? Danke Jormason für die Befruchtung im Sinne von Enterprise [...]

  3. On July 14th, 2009 at 13:58 Alex2punkt0 Says:

    Schöne Zusammenfassung. War in der Tat ne coole Veranstaltung, nur die DNAs fehlten ein wenig. Aber dafür gibs ja die Meetups.
    Und gegen lästige NachbarInnen die das getippe stört empfehle ich nen Iphone ;-)

    Keep it rollin

  4. On July 14th, 2009 at 21:33 admin Says:

    He he Dan ke für deinen Comment Alex2.0. So greattt ein Iphone! Jep ich muss sagen das werde ich tun, hatte eh schon mit dem Gedanken gespielt! Halte dich auf dem Laufenden!
    ;)

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