Jormason

renewal – meaning – movement

Das Interessanz- Diktat von Herrn Lobo

October10

Bisher habe ich den Beiträgen von Sascha Lobo nur am Rande Aufmerksamkeit geschenkt, obwohl ich die Kooperation Sixtus vs. Lobo schon mal ziemlich geil finde da pointiert, klug und mit einer gesunden Portion Quatsch natürlich.

Ich habe natürlich u.a. seine  Statements zur Piratenpartei gesehen, sehe ihn im Fernsehen im Bus und auch die Diskussion zum Internet Manifest an dem er beteiligt ist war nicht zu überhören. Aber ich bin wirklich froh, dass ich mir erst vorgestern so wirklich aufmerksam ein paar seiner Statements angehört habe.

Nadia Zaboura, führte mich mit Ihrem monatlich erscheinenden Podcast auf die Lobo- Spur. (By the way ich liebe ja deine Intonation Nadia….Rrrrrr. :) Der Podcast der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH den Nadia moderiert nimmt sich verschiedensten Themen an, so hatte sie schon David Weinberger und Clay Shirky im Interview. Normalerweise für eine Dauer so um 20-30 Minuten, aber mit Sascha Lobo hat sie gleich eine ganze Stunde zusammengesessen. Gut so, denn so entstand ein wie ich vorab schon sagen möchte wirklich hochspannender Podcast, der es schafft die Arbeitswelten von morgen in so klarem Licht zu zeigen und zu erklären, dass kein Zweifel an der Relevanz der stattfindenen Evolution besteht. Für die die nicht so lang hören möchten bitte weiterlesen, ansonsten ist hier die komplette Folge für euch:

 

Quelle: http://podcast.mfg-innovation.de/?p=68

Stattgefunden hat das Gespräch am 29.11.2008 auf der DMMK young professionals. Direkt nach der Keynote von Sascha Lobo. Die Themen waren quasi das Exerpt aus zwei Büchern von ihm, umrahmt durch präzise Fragen von Nadia die über Beruf vs. Interesse, hin zu dem Aspekt des sozialen Kapitals, bis zur Frage nach Authentizität im Netz und Quatsch gingen.

Was mich fasziniert ist die eingängige Art mit der Sascha Lobo sprudelnd sein Wissen preisgibt. Es macht Spaß ihm zuzuhören, denn er spricht kunstvoll Schleifen die der trägen deutschen Wirtschaft an den Kern gehen und durch entwaffnendes, direktes Zuziehen spürt man dann: ja, das könnte eigentlich ab um Platz für Neues zu schaffen. Hier seine Keynote auf der DMMK young professionals:

Link: DMMK Vortrag Sascha Lobo

Sascha ist dafür den Beruf auch als Berufung zu betrachten. Das Streben nach Karriere ist nicht das worauf es ankommt. Eingängig ist sein Beispiel des Berufszweiges der Investment Banker, den ehemaligen “masters of the universe”. Wer nur ganz oben war fällt halt mit allen anderen ohne Auffangnetz.

Zentral ist für ihn die Frage “was interessiert mich?”, selbst wenn ein Berufszweig in der Auflösung begriffen ist, es geht darum sich zu engagieren, das zu tun was einem gefällt, ein wirkliches Interesse zu entwickeln. Sein ureigenes Interesse zu begreifen und  als Treiber für den Beruf einzusetzen und sich nicht vergiften zu lassen von Prognosen die sich gar später als falsch erweisen und vor allem sich nicht von den Urteilen der Eltern abhalten zu lassen.

Sascha will die jungen Menschen erreichen die noch vor so einer Entscheidung stehen, die ihre  Kraft und Energie unvoreingenommen entfalten können. Sein Tipp: Interessengruppen bilden auf StudiVZ/ Xing/ Facebook/ Foren oder einem eigenen Blog und über die Themen sprechen die man beruflich bespielen möchte. Sich mit der Welt auseinandersetzen in die man rein will. Wenn man das tut und so nach außen kommuniziert, dann hat man die ideale Basis in diesem Bereich später einen Beruf zu ergreifen, ob als Freelancer oder in Festanstellung. Aber das Freiberuflertum und/oder das arbeiten in Netzwerken gilt für Lobo als Zukunftsform für die er werben möchte.

Da polarisierende Beispiele vorgetragen mit todernster Mine augenscheinlich zu Saschas Standardrepertoire gehören, wundert es nicht das er das Beispiel des Amerikaners Chuck Lamb aus Ohio bringt der sich DeadBodyGuy nennt. Sein Interesse besteht darin die weltbeste Filmleiche zu werden. Mit mittlerweile über 38 mio. Hits auf Google hat er eine wirkliche Leistung vollbracht. Zudem ist er mittlerweile ständig als Filmleiche gebucht. Mission accomplished!

Den Appell von Sascha Lobo seinen Interessen zu folgen, sich durch Blogs und in Diskussionen entsprechender Netzwerke zu positionieren und so auch searchable zu werden für künftige potentielle Auftraggeber ist gut, aber wie viel ist das bloße Interesse wert gegenüber dem immer noch so wichtigen Studienabschluss und wie kommt man an dieses immmer noch nicht aus der Mode gekommene Geld?

Diese Frage erörtern Nadia und Sascha ab der 12. Minute genauer und zu meiner Freude greifen sie auch die Gedanken und Thesen des französischen Soziologen Pierre Bourdieu auf.  Bourdieus Kulturtheorie spricht neben dem ökonomischen Kapital auch von sozialem Kapital, was dem Individuum erlaube durch Distinktionsgewinn seine gesellschaftliche Stellung zu beeinflussen. Vor allem aber sei es laut Bourdieu möglich, soziales Kapital in andere Kapitalformen zu überführen. Im Grunde also die Reputation in einem Netzwerk als Grundlage für Aufträge, die man dann in  Tagessätzen fakturieren kann!

Sascha Lobo spricht von der “Währung Respekt“, genauer er und Holm Friebe in dem gemeinsamen Werk “Wir nennen es Arbeit“. Als Hymne an die Selbständigkeit der neuen digitalen Bohéme beschreiben sie wie diese Mechanik der Kapitalüberführung funktioniert. Denn die Vorstellung der meisten,  dass man als Freiberufler hauptsächlich alleine arbeitet und mit gierigen Individualisten um wenige Budgettöpfe konkurriert ist schlichtweg falsch, eher ist man in großen Konzernen auf sich alleine gestellt zwischen Politik und Hierarchie.

Wenn der Freiberufler die richtigen 25 Leute kennte die ihn respektieren in seinem Bereich,  ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch das er Aufträge bekommt. Und diese richtigen Leuten kennen zulernen ist in der heutigen digitalen Zeit gar nicht so schwer. Oftmals ist es nur ein einziger Link der den potentiellen Auftraggeber auf den Blog des Freiberuflers führt. So funktionieren heute sowieso weite Teile der Sozial- Kommunikations- und IT-Wirtschaft. Genau da merkt man das diese Netzwerke, dieses gemeinsame soziale Kapital eben dieser Respekt die Basis für gemeinsame Projekte und Aufträge und letztlich Geld sind.

Dabei ist es allerdings wichtig, so Lobo, dass man weiß das die Währung Respekt nicht darauf basiert das man so laut wie möglich herausschreit was man kann, sondern das man mit den richtigen Menschen in Kontakt kommt und diese überzeugt wie gut man bestimmte Sachen tun kann. Nicht laut sein sondern gut sein ist wichtig und  Netzwerke sollten auf Interesse basieren und nicht nur auf  einer “das könnte mir mal nutzen”- Konsumhaltung.

Nach einer Diksussion um open source geht es dann zu Sascha Lobos neustem Buch. Das ich vorab erst einmal mit diesem wunderbaren Trailer einleiten möchte:

Youtube:

Dinge geregelt kriegen, ohne einen Funken Selbstdiziplin hat er mit Kathrin Passig geschrieben und die Kernbotschaft drückt er so aus:  die meisten sind überfordert mit all den Dingen die man beruflich beherrschen soll, alleine die existierende Ratgeberlandschaft zeigt was das alles sein kann, Softskills, Flexibilität, mehrere Sprachen, Stilsicherheit etc pp.

Dem will er drei Dinge Entgegenstellen:

1. die Erkenntnis das man überfordert ist!

2. die Erkenntnis das es vielen anderen auch so geht!

3. die Erkenntnis das man sich von den Dingen fern halten sollte, die einem nicht gefallen!

Das Schlagwort ist Progrestination, was man wohl am besten mit Aufschieberritis übersetzen könnte. Das man sie hat ist ein prima Indikator dafür das man manchmal lieber etwas anderes tun sollte als das jetzt gerade Notwendige. Linus Thorwald hat Linux entwickelt obwohl er eigentlich seine Diplomarbeit hätte schreiben sollen. Man sollte mehr seinen Interessen folgen und die so geschaffenen Freiräume auskosten bis zu einer gewissen Deadline die man sich selber setzt, aber wichtig ist das man den Druck rausnimmt und sich nicht kaputt macht. Ich kenne das sehr gut aus Beschreibungen meines Bruders der Musiker ist, wenn er komplexe Melodien entwickeln will, kommen ihm die besten Ideen dazu eigentlich in der Phase zwischen wachsein und schlafen wenn er sich ein wenig hinlegt. Er sagte das fast mit ein wenig peinlicher Zurückhaltung: “Die besten Ideen kommen mir halt beim chillen!”

Sehr spannend finde ich den Part zu dem Konzept ROWE was Nadia aus der Keynote von Sascha aufgreift.

ROWE steht für RESULTS- ONLY WORK ENVIRONMENT

Die amerikanische Version von MediaMarkts – Best Buy, setzte dieses Prinzip sehr erfolgreich ein. Umgesetzt wurde es von zwei Mitarbeiterinnen die sich laut dachten “hier zu arbeiten ist grauenvoll”! Eine Fluktuation von durchschnittlich zwei Jahren bei Best Buy zeigte das es auch so war. Starre hierarchische Strukturen und eine völlig unflexible Arbeitszeit waren ihrer Meinung nach die Hauptgründe der Unzufriedenheit. Und die Strukturen der digitalen Bohéme, nämlich interessengeleitetes Arbeiten mit digitalen Medien und modernen Kommunikationsmethoden waren hier die Lösung. Die Arbeitszeiten wurden komplett abgeschafft mit dem Ziel eine Arbeitsumgebung (Environment) zu schaffen wo nur die Ergebnisse zählen, der Rest wurde völlig der Selbstorganisation überlassen. Es wurden klare Aufgabenstrukturen mit Deadlines geschaffen, wie z.B. Vorstellung des neuen Marketingplans nächste Woche vor der Geschäftsführung. Die Resultate waren u.a. dass sich die Produktivität der Best Buy Filialen die auf ROWE umstellten im Schnitt um 35 steigerte und die Fluktuation sank um 90%.  Und das für eine Initiative die nicht Top-Down vom Management ausgerollt wurde sondern tatsächlich als Grassroot- Aktion der Mitarbeiter startete.

Was in vielen Büros in Deutschland laut Sascha passiert ist einfach nur Arbeitssimulation. Sein Gesicht neun Stunden in die Bürolandschaft halten um dadurch sein täglich steigendes Maß an Unzufriedenheit zu kaschieren. ROWE bekämpft das, entschlackt die Arbeit um die Arbeitssimulation. Man muss niemandem mehr was vor machen, es zählen nur die Ergebnisse. Eine ebenfalls äußerst gute These, ich selber würde mich gerne von den starren Arbeitszeiten meines Arbeitsgebers verabschieden. Das Paradoxe ist allerdings das ich sie als Führungskraft sogar noch weitergeben muss – mehr erreichen dadurch das man länger dableibt. Ein schwieriger Kreislauf den man auch nur durchbrechen kann wenn alle mitmachen. Und die Sprüche wenn man ab 19:00 Feierabend macht wie “nimmste nen halben Tag frei?” sind Teil eines ernsthaften Problems.

Das Interview streift dann weitere interessante Projekte von Sascha wie der Webciety auf der letzten und kommenden Expo, seine Zusammenarbeit mit der ZIA und seine Agentur Adnation die Blogs vermarket. Ich steige für meinen Blogpost aber wieder ein wenig später ein, mit einem für meinen Geschmack echtem Juwel für Blogger und denjenigen unter euch die es werden wollen.

Auf Nadias Frage ob die Kommerzialisierung von Blogs nicht den imperfekten Geist der Blogosphäre ad absurdum führt widerspricht Sascha klar.

Denn seiner Meinung nach gibt es nicht DIE Blogs denen man etwas unterstellen kann, Blogging sei zum einen ein Kultur- und Kommunikationsphänomen also eine Technik wie Zeitschriften oder Bücher schreiben. Aber Bloggen geht darüber hinaus, weil ein Blog die Stimme des Einzelnen sein kann in der digitalen Welt ohne das man geradezu stumm wäre. Man hat also ein Interventionsmedium und ein Medium seine Interessen entsprechend kundzutun um dadurch, wie weiter oben beschrieben, sein Netzwerk aufzubauen.

Die Gemeinsamkeiten von Blogs sind das sie alle eigene Themenschwerpunkte haben, einfach zu bedien sind (man muss kein Techniker sein), meist Kostengünstig sind und das der neueste Beitrag oben steht. Die in Saschas augen schöne Mechanik und Dynamik von Blogs, dass sie so perfekt als Sprachrohr zur  Netzwelt fungieren, sollte mehr Menschen zugänglich gemacht werden und es sollte auch mehr Menschen möglich sein von Ihrem Blog zu leben. Dies sind Gründe genug für Sascha die Kommerzialisierung von Blogs voranzutreiben und dadurch einen Markt entstehen zu lassen der in Deutschland einfach noch viel zu klein ist.

Wie gut das in New York funktionieren kann, erzählt die Geschichte von Rachelle Hruska und ihrem Blog Guestofaguest.com. Der Blog berichtet von den angesagtesten Partys und ihre gnadenlose Kritik lässt auch die sonst so schamlos arroganten Neureichen aus den Hamptons nicht kalt. Die Times drückt den Erfolg, von der die 26 jährige ganz fabelhaft leben kann, so aus:

The main draw of Guest of a Guest is its interactive show, not tell. Ms. Hruska invites visitors to identify themselves in the party photos, automatically setting up their own page — or “gallery”— on the site.

Das ist also die Magie von Blogs und auch eine schöne Überleitung zu meinem letzten Punkt in diesem summary des Podcast, der Frage nach einem Trend zu Authentizität. Eben diese stellt Nadia nämlich zum Schluss in Bezug auf die Selbstironie und das Zugeben von Imperfektion das sie bei Sascha stark wahrnehmen kann.

Wenn man selber zugibt das man irgendwo unzulänglich ist, so Sascha,  kommt man viel schneller an die wirklich interessanten Themen heran. Die Frage nach Glaubwürdigkeit und Authentizität wird allerdings komplett überbewertet, findet er. Glaubwürdigkeit sei eine schlechte Eigenschaft, denn es heißt ja nicht Wisswürdigkeit sondern Glaubwürdigkeit.

Den Ruf nach Glaubwürdigkeit brauchen vor allem die Leute die wollen das man ihnen ihre Lügen glaubt. Die Eigenschaft “interessant und sinnvoll zu kommunizieren” sollte man dagegen halten. Stimmiger und sinnvoller bei Modejournalisten z.B. ist eine künstliche Kommunikation, das Aufbauen eines antinatürlichen Scheins. Ungeschminkt seine Authentizität zu propagieren sei erbärmlich und peinlich.

Wenn die neusten und tollsten Ideen aus ner Garage in Düsseldorf kommen, dann möchte ich gar nicht wissen das es aus ner Garage in Düsseldorf kommt, weil ne Garage in Düsseldorf ist für mich völlig uninteressant. Ich möchte das die Leute so tun, als würden sie sich zu einem Gespräch auf einer Glasplattform über dem brasilianischen Dschungel treffen und von dort aus in Leichtmetallfliegern ihre Meetings abhalten per Handy oder was auch immer. Ich möchte das sie mir eine Geschichte erzählen die interessant ist, ich möcht das sie mich überzeugen davon, ich möchte das sie mich unterhalten, ich möchte das sie cool sind im wahrsten Sinne des Wortes und zwar nicht in diesem ‘läßig-abgetörnt-cool’ sondern in diesem Duktus dessen, das es so ne Zugkraft entwickelt für sich selbst das man denkt: “Da, das ist interessant!” Dann könne sie mir ne Story erzählen. Dann ist mir auch egal ob die Hälfte erfunden ist oder alles. Ich möchte das sie mir ne gute Story erzählen und mir dazu ein interessantes Produkt geben -welches auch immer das ist- und nicht das sie in einem Hinterhof mit irgendwelchen gebrauchten Flaschen um sich schmeißen!”

Schließen tun beide dann noch mit einem Ausflug zum Dadaismus und dieser beschreibt dann noch einmal ganz gut was Sascha Lobos Geheimrezept zu sein scheint, zumindest ist es eine gute Lebensphilosophie die ich nur unterstützen möchte:

Das was viele Leute für Quatsch halten führt manchmal zu Dingen die die Welt verändern und dabei bleibt es trotzdem noch Quatsch. Wichtig ist das man zu keinem Punkt glaubt, dass das was man tut das wichtigste der Welt ist. Der Balanceakt Beschäftigung mit Quatsch – Distanz zu sich entwickeln – und gleichzeitig die Ernsthaftigkeit des eigenen Handelns zu erkennen ist wertvoll und  erstrebenswert. Denn dadurch wird das Scheitern dann leichter und zum Trainingsmuskel für Selbstironie.

Ich habe viel von diesem Gespräch gelernt, viel für meinen Blog aber auch für die Projekte die da für mich noch kommen und auch beruflich treiben werden. Ich sage herzlichen Dank an Nadia für deinen Ausflug zur DMMK young professionals und natürlich vielen Dank an dich Sascha für deine geballte Ladung Netzweisheit und Quatsch, hervorragend!

Cheers

Jormason

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7 Comments to

“Das Interessanz- Diktat von Herrn Lobo”

  1. On October 12th, 2009 at 09:08 Tweets that mention Jormason » Blog Archive » Das Interessanz- Diktat von Herrn Lobo -- Topsy.com Says:

    [...] This post was mentioned on Twitter by Jörn Hendrik Ast and Jörn Hendrik Ast. Jörn Hendrik Ast said: Wie wird man Digital Bohéme? Vielen Dank für euren Podcast @nadia_z @saschalobo Habe viel gelernt. pls Read and RT http://bit.ly/1ePOqp [...]

  2. On October 12th, 2009 at 09:24 Iwo Randoja Says:

    Schwierig, auf alles dieses wirklich interessanten Beitrags zum Beitrag von Sascha Lobo zu antworten. Deshalb hier nur ein Aspekt: “Wichtig ist das man zu keinem Punkt glaubt, dass das was man tut das wichtigste der Welt ist.” Das ist für mich, meine Arbeit und das Schreiben in meinem Blog der wichtigste Ansatzpunkt. Die eigene Kompetenz erkennen (und zu nutzen), aber sich selbst dabei nicht so wichtig und ernst zu nehmen. Gerade die Werbebranche ist für mich ohne ironische Distanz und gehörige Selbstironie kaum ein Spielfeld, auf dem man es lange aushält. Zu viele Selbstdarsteller und zu wenig Selbstkritik beherrschen hier die Szene. Auch schön: “Denn dadurch wird das Scheitern dann leichter und zum Trainingsmuskel für Selbstironie.” Das gefällt mir. Zu wissen, was man kann und in diesem begrenzten Bereich alles, was man geben kann und möchte, zu geben. Aber andererseits die Grenzen zu kennen und sein Kontinuum offen zu halten, auch für das Scheitern, ist ein schöner Gedanke.
    Also weiter im Text: es gibt genug zu lachen ;o)

  3. On October 12th, 2009 at 13:26 admin Says:

    Moin Iwo,

    vielen Dank für deinen Kommentar und ein “certainly yes”, es geht wohl vor allem ums Aushalten auf einigen Spielfeldern. Aber neben aller Frustrationstoleranz und dem täglichen Überwinden bei z.B. schwierigen Kunden fänd ich so ne Art “Progestianationsknopf” als Serienausstattung äußerst sinnvoll. Eine Auszeit nehmen wenn’s mal gar nicht mehr geht, da erkennt man dann auch besser die Stellen an denen das eigene Kontinuum inkompatibel war! :)

    Immer weiter im Text!
    Auf gutes Gelingen!

    Cheers

    Jörn Hendrik

  4. On October 20th, 2009 at 21:37 Jormason » Blog Archive » judging books by their cover Says:

    [...] mit aufgenommen, wie z.B. das ROWE- Konzept, welches ja unter anderem in meinem Blogpost “Das Interessanz Diktat von Herrn Lobo” näher umschrieben ist. Ich denke da werde ich als erstes ran, mich hat es gerade beim Lesen [...]

  5. On December 13th, 2009 at 21:56 Jormason » Blog Archive » Open Space zum nationalen IT Gipfel 2009 Says:

    [...] war wirklich höchst spannend. In unserer ersten Begegnung spielte er auf meinen Blogeintrag “das Interessanz- Diktakt von Herrn Lobo” mit dem Kommentar:” Das war die längste Buchkritik in der Geschichte der [...]

  6. On January 5th, 2013 at 10:18 Alte Netzelite und verlorene Snapshotjugend? – ffluid Says:

    [...] gekämpft haben. Wir sollten der Internetgeneration der Zukunft Mut machen zu Meinung und dem Interessanzdiktat zu folgen wie es Sascha Lobo einst ausdrückte. Also, lasst uns diesen Weg bereiten und bitte teilt [...]

  7. On November 27th, 2013 at 22:56 Der Start der Kowriting Komplizen – ffluid Says:

    [...] (ein Hoch auf das Netzgemüse), Sascha Lobo (hier schrieb ich seiner Zeit die längste Buchkritik in der Geschichte der Buchkritiken), Holm Friebe (Geständnis: klaute mir [...]

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