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renewal – meaning – movement

Open Space zum nationalen IT Gipfel 2009

December13

Am Montag und Dienstag war ich mit 15 anderen Community Mitgliedern von DNAdigital auf dem nationalen IT Gipfel in Stuttgart. Am Montag hatten wir im Mercedes Benz Museum einen OpenSpace und danach gab es eine Empfangs- Gala für alle Gäste.

Alles in allem war es eine aufregende Veranstaltung mit illustren Teilnehmern, es war quasi die Führungsriege der größten ICT- Companies Deutschlands vor Ort, und der Chance sich aktiv mit einzubringen in den Plenarsaäalen. Ich hätte fast ein Live- Interview mit Anja Kohl gehabt, wenn mir nicht die Kanzlerin dazwischen gekommen wäre, die zusammen mit Wirtschaftsminister Brüderle (FDP), Innenminister de Maizière (CDU), Forschungsministerin Schavan (CDU) und Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) dem Gipfel die Ehre erwies.

DNAdigital hatte den Anspruch mit möglichst vielen Entscheidern in Kontakt zu kommen, Visitenkarten einzusammeln und Projekte anzuschieben die dem Dialog zwischen der Netzgeneration und dem Management der Top Unternehmen dieses Landes dienen. Nach über einem Jahr DNAdigital, die Initiative wurde ausgehend von der Arbeitsgruppe 2 des IT Gipfels von Sören Stamer, Willms Buhse und Ulrike Reinhard gegründet,  war es also auch eine Probe darauf wie schlagkräftig die Community geworden ist. Konnten wir einen Eindruck hinterlassen? Würden wir etwas bewegen?

Zuerst aber ein paar Erlebnisberichte. Nach der Anreise zum Mercedes Benz Museum in Stuttgart wo der OpenSpace mit dem Thema “Vom Bildungssystem von heute zur lernenden Organisation von morgen” stattfand und der Gala Empfang der Gäste zum IT Gipfel am nächsten Tag.

Der OpenSpace war im Grunde eine runde Veranstaltung in den wunderbaren Räumlichkeiten des Benz- Museum. Es wurden sogar für uns extra wertvolle Mercedes Oldtimer rausgerollt! Leider hatten wir nicht viel Zeit, von 14:30h bis 17:00h aber es reichte für ein paar wirklich spannende Sessions. Um einige Schlagwörter zu nennen, es gab Themen wie open education von Basti Hirsch oder das Thema  innovation hubs  das von Nadia Zaboura vorgeschlagen wurde. Da das Oberthema ja Bildung war erwarteten wir auch die Teilnahme von Lehrkörpern und mit Felix Schaumburg hatten wir auch eine handvoll Knowhow Träger vor Ort.

Felix Thema, das nachher aus mehreren aggregiert wurdem, befasste sich mit den Forderungen an eine Schule 2.0. Allerdings kann man dennoch sagen, dass zu wenig Fachkompetenz aus den Lehrinstituten des Landes vor Ort waren. Es war halt die Besucherschaft des IT Gipfels aus der Wirtschaft und nicht die eines Lehrerkongresses. Nach meinem Geschmack ist ein solches Oberthema vorzugeben nur dann sinnvoll, wenn auch die richtigen Teilnehmer vor Ort sind. Ein freieres oder anderes Thema wäre mit Sicherheit ergebnisreicher gewesen, aber für 2,5 Stunden war es letztlich doch ganz ordentlich.

Ich schlug das Thema “lernende Organisation” vor und hatte anfangs tatkräftige Unterstützung von Johannes Weicksel von Alacatel- Lucent. Es ging mir um die Frage wie Weiterbildung hin zu einem Model lebenslangen Lernens verändert werden kann, so dass es nicht nur den Anstrich von zeitraubenden Fachseminaren bekommt die von der Personalentwicklung organisiert werden. Nicht das man dort nichts lernen kann, ich selber finde unsere Seminare bei Hays, meinem Arbeitsgeber, durchaus gut und sinnvoll, aber es ist letztlich doch zu einseitig. Die ketzerische Frage von mir ist: Will der Arbeitgeber überhaupt echte Weiterbildung für den Angestellten? Kann er mit einer ständigen Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter umgehen? Gibt es eine adäquate Infrastruktur für die Sekretärin die ihr BWL- Studium an der Fernuni nachholt und dann ins Management gehen will oder muss sie dann kündigen? Eine Erkenntnis auch aus der Praxis der Weiterbildung bei Acatel- Lucent von der Johannes berichtete war, dass sich das Unternehmen selbst entwickeln muss, aber zu abschließende Thesen kamen wir nicht.

Die Sessions werden auf DNAdigital weiterdiskutiert, aktuell hier im Wiki, aber hier ist Platz für Links zu den Blogs und Ergebnissammlungen einzelner Teilnehmer, die ich auch aktualisieren werde:

Felix hat in seinem Blog unter dem Titel “was Schule von Palomar 5 lernen kann” eine schöne Zusammenfassung der Forderungen und Thesen gemacht! Danke Felix!

Basti hat auf 1000mics.com seine Eindrücke per Telefoninterview mit Cedric hinterlassen. Die Abschrift findet im oben genannten Wiki auf DNAdigital.de (Danke Leo!;)

Der Twitter Ticker

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Die Gala ist jetzt nicht weiter erwähnenswert, außer das wir in den Kapuzenpullis ganz schön aufgefallen sind unter den Anzugträgern. Da ich mich eh nie so richtig einordnen kann, also weder reiner Kapuzenpulliträger noch reiner Anzugträger bin,  hatte ich unter dem Kapuzenpulli ein weißes Hemd und eine knallgrüne Krawatte. Damit erntete ich wohl noch einmal mehr fragende Blicke! :) Hier übrigens ein Foto von Cedric mit dem erfolgreichen Networking Schnack mit der Führungsriege der Telekom.

Cedric und Andreas mit der Führungsspitze der Telekom

Ein sehr spannender Moment für mich persönlich war aber die Zusammenkunft mit Sascha Lobo. Mitten auf dem OpenSpace bekam ich eine DM von ihm mit der Bitte um ein Treffen, da er auch auf dem IT Gipfel sei. Da sagte ich natürlich nicht Nein und wir verabredeten uns für den nächsten Tag zu einem ausführlicheren Gespräch. Leute ich kann nur sagen, dass war wirklich höchst spannend. In unserer ersten Begegnung am Gala Abend spielte er auf meinen Blogeintrag “das Interessanz- Diktakt von Herrn Lobo” an und kommentierte:” Das war die längste Buchkritik in der Geschichte der Buchkritiken!”. Das weitere Gespräch werde ich an anderer Stelle näher beschreiben, nur soviel sei gesagt; Ich bin zu höchst erfreut über diesen Kontakt der mir quasi beweist, dass die These der Umwandlung von sozialem Kapital in ökonomisches Kapital wirklich möglich ist. Es lebe die Währung Respekt!

Ein weiterer sehr schöner Moment war das Gespräch mit Lukas Schwarz der zu Johannes und meiner Session dazu kam. Lukas selbst ist körperlich schwer behindert und kommuniziert nur mit Hilfe eines Touch- Panels, wo er Worte zu Sätzen bilden und dann aussprechen lassen kann. Sein Beitrag zum Thema Bildung und lebenslanges Lernen ging in eine ganz andere Richtung. Er macht zur Zeit eine Ausbildung als Bürokaufmann und ist im dritten Lehrjahr, wenn er aber fertig ist wird er so schnell keine Anstellung finden, da er in der Behindertenwerkstatt dann überqualifiziert ist und die anderen Behinderten vorgezogen werden. Dieser Absatz geht also an alle die helfen können, habt ihr eine Möglichkeit für Lukas nach Abschluss seiner Ausbildung eine Stelle zu finden? Infos gerne per Kommentar oder an mich per Mail.

Lukas und Jörn Hendrik

Soweit meine Zusammenfassung vom OpenSpace. Es folgt eine weitere zum IT Gipfel!

(Hier übrigens die Tagesschau vom 08. Dezember, ab Minute 04:20 wird vom Gipfel berichtet und auch von DNAdigital!)

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2 Comments to

“Open Space zum nationalen IT Gipfel 2009”

  1. On December 16th, 2009 at 10:35 Christian Says:

    Scheint ja ganz interessant gewesen zu sein. Was das sich entwickelnde Unternehmen angeht: Guter Punkt, den Du da angesprochen hast. Bei einer hierarchischen Pyramidenstruktur ist halt kein Platz für alle, nach oben zu rücken. In der Realität ist dafür natürlich auch nicht jeder Kandidat. Aber vielleicht muß man das Ganze auch nicht so old-school-karriermäßig sehen. Ich finde z. B. Googles Ansatz hervorragend, jedem Mitarbeiter einen Tag pro Woche zu geben, an dem er an seinen eigenen Projekten basteln kann. Ich würde sogar sagen, dafür könnte man noch mehr Zeit reservieren. Das fördert die Unternehmensidentifikation, läßt Raum für Kreativität, Innovation, Wachstum (klingt schon fast wie eine Broschüre der Bundesregierung), und man findet besser seine Richtung, kann sie sogar gleich einschlagen und lernt in der sich ergebenden Praxis sicher mehr als in jedem untergeschobenen Lehrgang. Da finden sich dann auch Gleichgesinnte zusammen zu größeren Projekten. Den Mitarbeitern mehr Selbstorganisation zutrauen. Mehr Campus. Das mag so manchem Managertypen wahrscheinlich etwas schwer fallen aus der Befürchtung heraus, es könnte sich dabei zeigen, mit wie wenig übergeordnetem Management Teams eigentlich ganz gut auskommen würden – womöglich sogar besser … :)

  2. On June 28th, 2012 at 14:20 Recruiting Generation Y – ffluid Says:

    [...] beschäftigen mich seid der Initiative DNAdigital 2008. Ich erinnere mich noch gut an unseren Besuch auf dem IT Gipfel vor drei Jahren. Klar war also auch, dass ich mich in Sachen Social Media Recruiting weiter mit dem [...]

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